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Konflikt mit Schwiegereltern

Mehr als ein bilderbuchmässiges Happy End

Jahrelang litten Susanne und Hugo an der schwierigen Beziehung mit Hugos Eltern. Trotzdem bewirtschafteten sie den elterlichen Bauernhof weiter und erlebten, wie Gott in ihren Herzen Wertvolles wirkte.

Susanne und Hugo
Quelle: zVg

Manche Lebenssituationen lassen sich nicht so einfach verändern. Manchmal ist Ausharren angesagt – so sehr man eine Veränderung auch herbeisehnen mag. Es finden auch nicht alle Geschichten das erhoffte Happy End. Das bedeutet aber nicht, dass Gott sich nicht gekümmert oder nicht geholfen hätte. Er trägt durch, schenkt Mut zum Weitermachen und greift ein, wenn Menschen am Ende ihrer Kraft angekommen sind. Viele Betroffene blicken später auf Jahre oder gar Jahrzehnte der Schwierigkeiten zurück und erkennen, dass Gott mehr getan hat, als ein bilderbuchmässiges Happy End zu schenken.

Susanne und Hugo

Hugo, ein junger Landwirt arbeitete auf dem elterlichen Hof im kleinen thurgauischen Bauerndorf Fimmelsberg. Seine Mutter litt an einer schweren Depression und drohte wiederholt mit Suizid. «Das war für alle eine schwierige Situation», erinnert er sich. Trotz tatkräftiger Unterstützung seiner Schwester war die Familie irgendwann auf zusätzliche Hilfe angewiesen. Um die Familie zu entlasten, kam Susanne, eine bäuerliche Hauspflegerin, für zwei Wochen zu ihnen.

So kreuzten sich die Wege von Hugo und Susanne im November 1982 zum erstem Mal. Knappe acht Monate später heirateten sie. «Das ging wirklich schnell», sind sich die beiden einig. Doch sie waren sich ihrer Liebe sicher. Die beiden würden auf dem Bauernhof von Hugos Eltern bleiben, wo Hugo als Landwirt arbeiten und Susanne ihrer Schwiegermutter unter die Arme greifen wollte.

Die Herausforderung beginnt

«Bleib nicht im Haushalt deiner Schwiegereltern wohnen!», wurde Susanne geraten. Aber was sollten sie tun? Durch den Zustand der Schwiegermutter fürchtete sie, sonst zwei Haushalte versorgen zu müssen. Hugo war zuversichtlich. Schliesslich glaubte er, seine Eltern zu kennen und die Lage einschätzen zu können. Er sollte sich irren.

Bis dahin war Hugos Mutter jeweils bis 11 Uhr im Bett geblieben und war auch sonst nicht allzu aktiv. Dies änderte sich nach der Hochzeit radikal. «Den ganzen Tag lief sie hinter mir her und kommentierte all meine Arbeit», erzählt Susanne. Neben der Unterstützung für die depressive Mutter mussten sie nun auch deren dauernden Nörgeleien über sich ergehen lassen. Schliesslich wurde auch der Vater von dieser Kritiksucht angesteckt. «Ich konnte nichts mehr recht machen», erzählt Hugo, der zu diesem Zeitpunkt den Bauernbetrieb in Pacht übernommen und somit für dessen wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich war.

Gott trägt durch

Susanne merkte, wie Hass gegen ihre Schwiegermutter ihr Herz immer mehr durchdrang. Doch auch Selbstanklage, Trauer und Wut waren ständige Begleiter. Hugo schlug Susanne vor, bei ihren Eltern Zuflucht zu suchen. Doch die beiden entschieden, zusammen zu bleiben. In dieser Zeit wurde Susanne ein Vers aus der Bibel wichtig: «Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern sein Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit» (2.Timotheus, Kapitel 1, Vers 7). Sie weinte, litt unter Hoffnungslosigkeit und kämpfte gegen Hass an – doch diese Worte gaben ihr immer wieder Kraft.

Auch Hugo litt. «Meine Eltern machten uns das Leben zur Hölle und waren dabei, unsere Ehe zu zerstören.» Ohne Vorstellung, wie sie dieser Situation entkommen konnten, schrien sie intensiv zu Gott. Ihre Kräfte waren am Ende, doch bei Gott erfuhren sie Trost.

Wohnsituation

In einem Hauskreis fanden sie Freunde, mit welchen sie für ihre Situation beten konnten. Ein Ehepaar fühlte sich plötzlich gedrängt, ihnen eine Wohngelegenheit anzubieten. «Eine kleine Küche war schon dort und ein zusätzliches Bad bauten die beiden extra für uns ein!» Noch heute schauen die beiden dankbar zurück. Der örtliche Wechsel gab eine dringend nötige Entspannung der Situation. Letztlich blieben Susanne und Hugo mehr als dreizehn Jahre in dieser Wohnung. In dieser Zeit wurden ihre drei Kinder geboren. Hugos Mutter fiel in ihr altes Muster des Selbstmitleids zurück und blieb oft tagelang im Bett.

Versöhnung – zumindest teilweise

Dann geschah das Unerwartete: Hugos Eltern zogen aus dem Bauernhaus aus und lebten einige Jahre in einer Mietwohnung. Durch diese zusätzliche Distanz wurde die Beziehung noch entspannter. Doch dann wollten sie just in das Altersheim ziehen, in welchem Susanne arbeitete. Wie sollte sie ihnen begegnen? Alte Wunden wurden aufgerissen. Susanne betete um Hilfe.

Beim Zügeltag erlitt der Schwiegervater eine Verletzung. Susanne besuchte ihn auf der Intensivstation und sprach ihm Vergebung für alles Unrecht zu. Drei Tage später starb er. Auch um ihre Schwiegermutter kümmerte sich Susanne treu. An Ostern 2004 konnte ihr Susanne die Ostergeschichte vorlesen. Am Tag darauf starb sie.

Und heute…

«Meine Eltern haben unser Leben negativ geprägt», hält Hugo ehrlich fest. «Aber Jesus hat an unseren Herzen gearbeitet.» Den Eltern und Schwiegereltern auch in schwierigen Situationen Wertschätzung entgegenzubringen und eine gesunde Distanz zu haben, war für sie eine grosse Herausforderung. Aber Gott trug sie durch und lehrte sie die Kraft der Vergebung und was es bedeutet, dass sein Geist sie mit Kraft, Liebe und Besonnenheit erfüllte. Was Gott sie durch diese Jahre hindurch gelehrt hat, ist für Susanne und Hugo zu einem grossen Schatz geworden – ein Schatz mit Ewigkeitswert. Auch wenn das bilderbuchmässige Happy End ausblieb, sind sie doch mit ihrer Geschichte versöhnt und Gott dankbar, dass er sie so reich beschenkt hat.

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