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«Die Hütte»-Autor bei Livenet

Interview mit William Paul Young jetzt mit deutschen Untertiteln

William Paul Young, Autor des Weltbestsellers «Die Hütte», erzählte im Interview mit Livenet am 12. April 2019 viel über die persönlichen und globalen Hintergründe, die zu seinem Buch führten. Und er verriet, woran er im Moment arbeitet. Nun ist das Youtube-Video mit deutschen Untertiteln online.

Paul Young mit Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet
William Paul Young
Quelle: Facebook

Ein freundlicher Mann, eine persönliche, spontane Umarmung: Mit Paul Young wird man sofort warm. Im Gespräch mit Reinhold Scharnowski im Livenet-Büro beschrieb der Bestseller-Autor, warum er «Die Hütte» schrieb und wie die Menschen auf das Buch reagierten (siehe Video ganz unten im Text).

«Meiner Frau untertan»

William Paul Young hatte nicht vor, Buch-, geschweige denn Bestseller-Autor zu werden. «Ich habe geschrieben, weil ich meiner Frau untertan war – sie bat mich, meine Erlebnisse in einem Buch für unsere Kinder niederzuschreiben», verrät er mit einem Schmunzeln. Der älteste Missionarssohn («Ein Rezept für ein Desaster») erlebte mit 38 Jahren, «dass meine alte Welt zerbrach». Die tiefgreifende Veränderung und innere Heilung – u.a. von geistlichem und körperlichem Missbrauch – umfasste einen Prozess von elf Jahren. In seinem 50. Lebensjahr schrieb er dann «Die Hütte»: «Was die Hauptperson McKenzie in einem Wochenende mit Gott erlebt, war die Zusammenfassung meiner eigenen elfjährigen Geschichte.»

«Weltweite Reformation»

Diesen Prozess der Veränderung und Heilung beobachtet Young bei unzähligen Christen auf der ganzen Welt. «Ich bekam viele Tausende von Reaktionen auf mein Buch», sagt Young heute. «99 Prozent waren positiv, und so viele Menschen haben mir beschrieben, wie die Geschichte mitten in ihrem Leben gelandet ist und ihnen geholfen hat, Gott neu zu sehen.»

Er glaubt nicht, dass «Die Hütte» eine neue Bewegung ausgelöst hat, sondern dass das Buch umgekehrt «Teil einer Bewegung ist, die der Heilige Geist überall auf der Welt angestossen hat». Das Internet und eine neue internationale Kommunikationskultur habe eine neue Generation hervorgebracht, die nicht an die Strukturen ihrer Familiengeschichte gebunden ist. «Es herrscht heute ein viel freieres Denken», so Young. «In der geistlichen Welt beobachte ich heute eine neue Reformation, von der 'Die Hütte' nur ein kleiner Teil ist. Eine neue Art, über Gott zu denken und was es heisst, Mensch zu sein. Das geschieht auf der ganzen Welt.»  

Der Schmerz, den Gott selbst kennt

Auf die Frage, warum er die ganze Geschichte auf dem brutalen Hintergrund des Verlustes eines Kindes aufbaut, erklärt Young: «Ich habe lange darüber nachgedacht und bin doch froh, dass ich so eine harte Geschichte genommen habe. Psychologen sagen uns, dass der grösste Schmerz, den Menschen empfinden können, der Verlust eines Kindes ist. Und zufällig ist das der Schmerz, den Gott selbst am besten kennt.»

Menschen mit diesem Verlust stellten genau die richtigen Fragen. «Wenn ich Krebs oder etwas anderes gewählt hätte, wären die Fragen 'einfacher' gewesen. In Hunderten und Tausenden von E-Mails habe ich gemerkt, dass in diesem grössten Verlust alle anderen irgendwie ihren eigenen Schmerz und ihren Verlust wiederfinden. Ich wollte, dass meine Leser mit diesen Fragen ringen.»

Die tiefste Frage

Als zentrales Problem des Menschen mit Gott ortet Young die (uralte) Theodizee-Frage: «Die entscheidende Frage ist, ob Gott gut ist oder nicht. Das ist das zentrale Stück.» Dass in der «Hütte» das Gut-Sein und die Liebe Gottes in ungewöhnlichen Bildern dargestellt werde – Gott Vater z.B. als 'schwarze Mama' –, damit hätten einige «fundamentalistische Evangelikale» ihre Mühe; den allermeisten Lesern aber werde so auf bildhafte Art der wahre Charakter Gottes eröffnet. Eine solch «intuitive» Art der Gottesvorstellung sei für die meisten Menschen viel besser und gehe tiefer als die verstandesmässigen Formeln, die oft im Christentum benutzt würden.

Mit Liebe Menschen für Gott gewinnen

Solche Formeln würden auch in der Evangelisation viel gebraucht, merkt Young kritisch an. «Menschen merken sofort, ob sie Objekte einer Marketing-Strategie sind. Wenn wir aber mit echter Liebe und echtem Interesse als Mitmensch auf andere Menschen zugehen, staunen sie – und öffnen sich.» Und er fügt hinzu: «Die Liebe Gottes wird ganz leicht angenommen. Die Religion des Christentums hat einen schwereren Stand.» Seinen Freunden rate er oft: «Bitte, sei nur ein Christ, wenn es wirklich hilft.»

Richter oder Arzt?

Mit den Personen in seinem Buch habe er «viel mehr das Gottesbild der Alten Kirche gezeichnet», erklärt Young. «Erst seit dem Mittelalter sehen wir Gott als den Richter, während die alten Kirchenväter – Irenäus, Athanasius und andere – ihn als den Grossen Arzt bezeichneten. Die Art, wie ein Arzt über dich urteilt, ist sehr unterschiedlich vom Urteil eines Richters. Der eine beurteilt dich, um dich zu heilen, der andere verurteilt dich und schickt dich zur Strafe. Und wir alle wissen, dass Strafe nie ein Herz verändert.»

Neue Projekte

Paul Young lebt nach seinem eigenen Heilungsprozess heute als ein «Mensch, der nichts zu verstecken hat» in der «Gnade des heutigen Tages», wie er erklärt. Das sei auch das Thema des Buches, an dem er momentan arbeitet. Und dann verrät er: «Ich arbeite an einem Folgeband von 'Die Hütte'. In der 'Hütte' geht es ja um Vergebung – die grosse Frage ist, wie das ins Leben hinausfliesst und sich auswirkt. Wo geht McKenzie nach seiner Erfahrung hin? Wie verändert das sein Leben? Da gibt es so viel zu entdecken!»

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