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Shell-Jugendstudie

Muslimische Jugendliche sind gläubiger als christliche

Muslimischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtiger als Jugendlichen, die katholisch oder evangelisch geprägt sind. Das zeigte die diesjährige Shell-Jugendstudie.

Muslimin und Christin
Quelle: iStockphoto

Fast drei von vier muslimischen Jugendlichen in Deutschland finden den Glauben an Gott wichtig. Von den evangelischen Jugendlichen denkt das nur einer von vieren, bei den Katholiken sind es mit 39 Prozent etwas mehr. Das zeigt die aktuelle Shell-Jugendstudie, die am Dienstag vorgestellt wurde. Auch bezogen auf die Herkunft der jungen Menschen zeigt sich eine ähnliche Verteilung in dieser Frage zwischen jenen, die aus islamisch geprägten Ländern stammen, und Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Unterschiede in der Glaubenspraxis

Die Unterschiede zeigen sich auch in der Glaubenspraxis: 60 Prozent der muslimischen Jugendlichen beten mindestens einmal in der Woche. Von den christlich geprägten machen das nur 18 Prozent der katholischen und 13 Prozent der evangelischen Jugendlichen. Dass es die Kirche gibt, finden aber mehr als zwei Drittel – 69 Prozent – aller Jugendlichen gut, unabhängig davon, ob sie selbst einer Konfession angehören oder nicht. Die Ergebnisse der vorigen Shell-Jugendstudie von 2015 zeigte damals ebenfalls einen deutlichen Unterschied der Bedeutung des Glaubens bei Muslimen und Christen.

Mehr Vertrauen für klassische als für Soziale Medien

Ein gutes Familienleben, eine vertrauensvolle Partnerschaft und gute Freunde sind für 90 bis 97 Prozent aller Jugendlichen die wichtigsten Werte. Erst mit einem Abstand von rund 20 Prozentpunkten folgt ein umweltbewusstes Verhalten, dahinter rangiert der Wert eines hohen Lebensstandards. Die Autoren der Studie stellen fest: «Mehr als bislang legen viele Jugendliche inzwischen Wert auf eine deutlich bewusstere Lebensführung, ihre Ansprüche an eine nachhaltige Gestaltung von Umwelt und Gesellschaft artikulieren sie deutlich und vernehmbar.»

Ihre politischen Informationen suchen Jugendliche in erster Linie online, also auf Nachrichtenwebsites, in Sozialen Medien, auf YouTube oder in Messenger Apps. Das meiste Vertrauen bringen sie jedoch den klassischen Medien entgegen wie ARD und ZDF sowie den überregionalen Tageszeitungen – im Westen Deutschlands mehr als im Osten. YouTube hält jeder Zweite eher nicht für vertrauenswürdig, noch skeptischer sind die Jugendlichen gegenüber Informationen auf Facebook und Twitter.

Das politische Interesse der Jugendlichen ist der Studie zufolge bei 41 Prozent stabil geblieben (2015: 43 Prozent). Die Zufriedenheit mit der Demokratie in Deutschland ist sogar von 64 auf 77 Prozent gestiegen. Zwar gebe es auch hier noch Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Jugendlichen, sie «gleichen sich hinsichtlich der Bewertung der deutschen Gesellschaft aber zunehmend an».

Für die 18. Shell-Jugendstudie wurden insgesamt 2'572 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren in den ersten drei Monaten dieses Jahres befragt, ergänzt um 20 vertiefende, qualitative Interviews mit Jugendlichen verschiedener Altersgruppen. Die Studie wird seit 1953 regelmäßig durchgeführt, Auftraggeber ist der Mineralölkonzern Shell.

Zum Originalartikel:
Pro Medienmagazin

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