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Gesetzesreform in Nordirland

Ärzte und Hebammen weigern sich, Ungeborene abzutreiben

Hunderte Ärzte und medizinische Arbeiter weigern sich, Abtreibungen durchzuführen, trotz der Gesetzesänderung im Oktober. Das bestätigte ein Arzt in Nordirland, der 911 Unterschriften gegen die Reform sammelte.

Schwangere Frau beim Arzt
Quelle: bigstock
Andrew Cupples
Quelle: twitter.com

Gegenüber der britischen Internetzeitung The Independent erklärte Dr. Andrew Cupples, dass nicht nur Hunderte medizinischer Arbeiter – also Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen – sich weigern, Abtreibungen durchzuführen, sondern dass viele von ihnen, darunter auch er selbst, sogar den Job kündigen würden, wenn sie zu einer Abtreibung gezwungen würden. «Es gibt auch Geburtshelfer, Frauenärzte und Hebammen, die besorgt sind, dass wenn sie nicht einwilligen, in Abtreibungen geschult zu werden, sie dazu gezwungen oder von ihrem Arbeitgeber oder Berufsverband verwarnt werden», erklärte Dr. Andrew Cupples.

Rachael Clarke dagegen vom British Pregnancy Advisory Service (dt. Britischer Dienst zur Schwangerschaftsberatung), dem grössten Durchführer von Abtreibungen in Grossbritannien, erklärte gegenüber The Independent, dass es nicht darum gehe, Ärzte zu Abtreibungen zu zwingen. Wer keinen Schwangerschaftsabbruch durchführen wolle, müsse den Patienten aber beraten und an Abtreibungskliniken weiterleiten.

Protestbrief ohne Erfolg

Cupples, der seit zehn Jahren in Nordirland als Allgemeinmediziner tätig ist, hatte im Kampf gegen die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze seines Landes im September einen Brief an den Staatssekretär von Nordirland geschrieben, welcher von 911 Ärzten und medizinischen Angestellten unterschrieben wurde. In dem Brief erklärten die Unterschreibenden nicht nur, gegen die Abtreibungsreform zu sein, sondern baten um Garantien dafür, dass sie bei einer Reform weder Abtreibungen durchführen noch dabei helfen müssen.

Trotz des Briefes und der Proteste (Livenet berichtete) wurden am 22. Oktober die nordirischen Gesetze zur Abtreibung geändert und damit liberalisiert. Zuvor waren Schwangerschaftsabbrüche sogar im Fall von Vergewaltigung und Inzest verboten und wurden mit lebenslänglichen Gefängnisstrafen geahndet.

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