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«Systematische Kampagne»

Behörden schliessen Kirchen in Algerien

Wieder wurde in Algerien eine Kirche geschlossen und Christen schikaniert. Beobachter gehen davon aus, dass – bei weitem nicht zum ersten Mal – eine systematische Kampagne gegen Christen läuft.

Basilika Unserer Lieben Frau von Afrika in Algier, der Hauptstadt von Algerien
Quelle: © Mehnimalik / GNU Free Documentation License, Version 1.2 (via Wikimedia Commons FR)

Als die Beamten zum ersten Mal auftauchten, um eine protestantische Gemeinde im nordalgerischen Ort Ighzer Amokrane zu schliessen und zu versiegeln, leisteten die Christen Widerstand: Sie besetzten die Kirche und weigerten sich zu gehen, aber die Behörden kamen zu einem anderen Zeitpunkt zurück und schlossen die Kirche eingangs September.

Die «l'Église Protestante d'Algérie» (EPA), die gesetzlich anerkannte Dachorganisation protestantischer Kirchen in Algerien, hat diese Schliessung als illegal verurteilt. Sie merkte an, dass die Schliessung erfolgte, obwohl sie von keinem Gericht angeordnet wurde.

Kein Einzelfall

Es ist nicht die erste Kirche, die in Algerien betroffen ist. Im Mai haben die Behörden eine Kirche im Dorf Boudjema in der Kabylei geschlossen und im vergangenen Jahr in Ait-Mellikeche, Al A'keed Amroush und Azaghar.

In einem weiteren Fall wurden die Leiter einer anderen mit der EPA verbundenen Kirche in Maatkas von den Behörden vorgeladen und verhört.

Seit 2006 brauchen nicht-muslimische Gotteshäuser in Algerien eine Bewilligung. Doch diese wurden oft von den Behörden verschleppt oder einfach ignoriert. Ein Sprecher von Open Doors erklärt: «Bisher wurde keine einzige Genehmigung erteilt. Diese jüngsten Entwicklungen untergraben das Gefühl, dass die algerischen Behörden echte Schritte zur Verbesserung der Religionsfreiheit in Algerien unternehmen.»

Schliessungen schon fast traditionell

Schikanierende Kirchenschliessungen sind in Algerien nicht neu. Bereits 2006, mit der Einführung des neuen Religionsgesetzes, wurden innerhalb weniger Monate 26 von 52 protestantischen Gemeinden geschlossen und im vergangenen Jahr setzte eine ähnliche Welle ein. Erst durch einen internationalen Aufschrei konnten die Gemeinden nach und nach ihre Tore wieder öffnen.

Trotz der Widrigkeiten wächst die Zahl der Gläubigen. Je nach Schätzung leben heute rund 125'000 Christen in Algerien, das sind immerhin rund 0,3 Prozent der Bevölkerung.

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