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Druck in Burkina Faso

Gemeinden können beim Befrieden mithelfen

Innerhalb eines Jahres wurden Christen in Burkina Faso völlig überraschend von Islamisten attackiert. Hunderttausende Menschen mussten fliehen. Gegenüber Livenet erklärt der Journalist Illia Djadi die Lage in Westafrika. Auch die christliche Gemeinde kann zur Befriedung beitragen.

Personen aus Burkina Faso
Quelle: Pixabay
Illia Djadi
Quelle: Twitter / @idjadi

«Länder und Gemeinschaften sind betroffen, zum Beispiel Burkina Faso. Dieses Land hat eine lange Kultur der Toleranz», analysiert Illia Djadi, Journalist und Analytiker für Religionsfreiheit in Westafrika. «Diese Toleranz wird nun herausgefordert. Denn ein Teil der Gesellschaft, nämlich die christliche Gemeinschaft, wird angegriffen.»

Fast aus dem Nichts heraus stehen Christen in Burkina Faso vor massiven Erschütterungen. «Menschen werden angegriffen, Kirchen niedergebrannt und Pastoren getötet – nur weil sie Christen und nicht Muslime sind und nicht deren Ideologie teilen.»

Auch moderate Muslime werden getötet

Selbst moderate Muslime werden getötet, erklärt Illia Djadi. «Es betrifft die ganze Gesellschaft – und auch die Nachbarländer: Togo, Ghana und die Elfenbeinküste werden ebenfalls attackiert. Es ist ein Sicherheitsproblem für die ganze Region und für die globale Sicherheit.»

Ähnliches ist auch in Nigeria, Niger und Mali und weiteren Ländern der Sub-Sahara-Region zu beobachten; wie etwa in Kamerun.

Vor rund zehn Jahren wurden mehrere Hundert islamistische Übergriffe verzeichnet. Im Jahr 2019 schnellte die Zahl auf 3'500 hoch.

300'000 Kinder plötzlich ohne Bildung

Die Verfolgungswelle, die 2019 insbesondere in Burkina Faso rasant zugenommen hat, beeinflusst auch die sozio-ökonomische Situation erheblich. «Die Angriffe haben deutlich zugenommen», erklärt Illia Djadi.

«Der sozio-ökonomische Impact ist riesig. Diese Länder gehören zu den ärmsten der Welt. Nun mussten mehr als 2'000 Schulen in Burkina Faso schliessen, über 300'000 Kinder sind ohne Bildung.»

In Mali und Niger ist der Effekt ähnlich. «Ethnische und religiöse Gruppen, die früher friedlich zusammenlebten, werden gegeneinander aufgerieben. Moderate Muslime sind ebenfalls wie Christen zu Zielen geworden.»

Auch Europa ist betroffen

Durch die Migration ist Europa ebenfalls betroffen. «Flüchtlinge wollen die Sahara durchqueren und über das Mittelmeer nach Europa kommen. Es besteht Potential für eine grosse, humanitäre Krise.» Es gehe um die globale Sicherheit, mahnt Illia Djadi.

Und vor Ort in Burkina Faso handle es sich auch um eine ökonomische Krise. «Geschäftsleute können nicht mehr hinreisen, da ein Krieg herrscht. Zwar gibt es viele Ressourcen wie Öl, Uranium und anderes – doch um an sie zu gelangen, ist ein Minimum an Sicherheit von Nöten. Das ist im Moment nicht der Fall.»

Gigantische Fluchtbewegung

Es übersteigt die Möglichkeiten der lokalen Kirchen, die versuchen, den Menschen Schutz zu bieten, Essen zu verteilen und Schule für die Vertriebenen und deren Kinder aufrecht zu erhalten, beobachtet Illia Djadi. «In Burkina Faso sind eine Million Menschen auf der Flucht. Manche mussten fliehen und alles zurücklassen. Manche Menschen flohen nur mit den Kleidern, die sie am Leib trugen.»

Illia Djadi weiter: «Die Länder in der Sahelzone sind ökonomisch gesehen sehr fragil. Dieser islamische Fundamentalismus schafft nun neue Armut. Junge Menschen verlieren so die Perspektive. Wir brauchen mehr Jobs, Schulen und Bildung. Die Menschen sehnen sich nach einer Familie und einem normalen Leben.»

Gemeinde spielt wichtige Rolle

Die einheimischen, christlichen Gemeinden können laut Illia Djadi eine Schlüsselrolle spielen im Kampf gegen den Terror. «Sie sind lokal und kennen die Lage. Sie sind auch aktiv in verschiedenen Sektoren mit Projekten und Bildung.» Gleichzeitig seien sie limitiert. Aber sie seien in der Lage, einen Dialog zu führen. «Denn letztlich müssen diese Gemeinschaften zusammenleben.»

Deshalb sei es wichtig, dass «die Kapazitäten der lokalen Gemeinden gestärkt werden. Sie müssen zeigen können, dass es falsch ist, die Leute zu verfolgen und zu entzweien. Sie sind in der Minderheit, aber gut ausgebildet und gut angesehen. Doch sie müssen gestärkt werden für die Mediation, so dass sie in der Lage sind, eine positive Änderung in der Region erwirken zu können.»

Das Anliegen konnte Illia Djadi auch am diesjährigen WEF ansprechen (Livenet berichtete).

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