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«Gemeinster Mann in Texas»

Hinter Gittern tötete er weiter – bis er in der Leichenhalle Gott fand

Clyde Thompson war ein Häftling, der zum Gefängnis-Seelsorger wurde. Er wurde als der «gemeinste Mann in Texas» bezeichnet. Nun wurde seine Lebensgeschichte nach dem gleichnamigen, über ihn erschienenen Buch «The Meanest Man in Texas» verfilmt.

The Meanest Man in Texas
Quelle: imdb.com
«The Meanest Man in Texas»
Quelle: www.imdb.com
Clyde Thompson
Quelle: http://derrickmccarson.blogspot.com

Gefängnisbeamte bezeichneten den verurteilten Mörder Clyde Vernon Thompson (1910-1979) als den «gemeinsten Mann von Texas». Während fünfeinhalb Jahren wurde er in eine aussergewöhnliche Einzelzelle verlegt: die frühere Todeszelle der Vollzugsanstalt «Huntsville Unit», eine Leichenhalle.

Obschon die Umstände übel waren, wird seine Geschichte nun verwendet, um Menschen in scheinbar hoffnungslosen Situationen zu ermutigen.

Sein Vater war Wanderprediger gewesen. Clydes Schulbildung begann erst mit acht Jahren und in der vierten Klasse verliess er die Schule bereits wieder. Seine Familie zog häufig um.

Zwei Morde

Seine Probleme mit den Behörden begannen im Jahr 1928, als er noch in den Teenager-Jahren auf die Jagd ging. Unter den Gefährten entbrannte ein tödlicher Streit. Thompson erschoss zwei angesehene Brüder, einer war 19, der andere in den Zwanzigern. Die Leichen wurden im Wald zurückgelassen.

Der Mord schockte die Einwohner des Bundesstaates. Thompson empfand tiefe Reue. Er unterzeichnete ein Geständnis, das seine volle Schuld an den Morden dokumentierte, obschon er Hilfe von zwei Komplizen hatte. Er wurde zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. 1931, wenige Stunden vor der Hinrichtung, wandelte der texanische Gouverneur Ross Sterling seine Strafe in lebenslange Haft um.

Mord hinter Gitter

Ein Jahr später starteten Clyde Thompson zusammen mit zwei anderen Häftlingen einen Fluchtversuch. Der eine von ihnen, E.L. Lester, wurde dabei von einem Wachmann erschossen.

Der Versuch scheiterte unter anderem, weil Mithäftlig Tommy Ries die drei verpfiff. Als Lester im Sterben lag, versprachen ihm Clyde und der andere Mithäftling, dass sie Ries umbringen würden. Dies taten sie … und erhielten beide dafür lebenslänglich; Clyde bereits zum zweiten Mal.

1935 folgte das dritte «Lebenslänglich»-Urteil, weil Clyde den Häftling Everett Melvin umbrachte, der Clyde zu sexuellen Handlungen zwingen wollte.

In Alcatraz

1936 wurde Thompson in die Anstalt «Little Alcatraz» überführt, wo die gefährlichsten Häftlinge unter Arrest standen. 1937 folgte auch hier ein Fluchtversuch, bei dem zwei Häftlinge getötet wurden.

Später wurde er – diesmal fälschlich – eines weiteren Mordes an einem Häftling beschuldigt. Ab diesem Moment wurde er von Beamten, wie eingangs erwähnt, als «The Meanest Man in Texas» bezeichnet, ein «Mann ohne Seele».

Er wurde in eine Leichenhalle gesperrt, die nur sechs Betonplatten enthielt, auf denen früher Särge gestanden hatten.

Bibel für Narren

Nach ein paar Monaten erhielt Thompson eine Bibel zum Lesen, anhand deren er beweisen wollte, dass Menschen, die an sie glaubten, Narren sind. Doch im Laufe der Zeit begann er selbst zu glauben und Gott zu suchen. Er konnte ein Bibel-Fernstudium am «Lee College» in Baytown durchlaufen.

1944, nach fünfeinhalb Jahren in Einzelhaft in der vormaligen Leichenhalle, wurde er wieder in «gewöhnliche» Haft gesteckt.

Zwei Jahre später erhielt er eine Weihnachtskarte von einer Frau, die er nicht kannte, Julia Perryman. Der Pastor einer Gemeinde kannte Thompson und hatte die Mitglieder ermutigt, ihm eine Karte zu senden; Julia war die einzige, die reagierte.

«Du würdest mich nie treffen wollen»

Die beiden bauten eine Brieffreundschaft auf. «Du würdest mich nie persönlich treffen wollen», schrieb sie, Aufgrund von Skoliose hatte sie eine stark deformierte Wirbelsäule. Clyde schrieb zurück: «Einige der schönsten Menschen, die ich je getroffen habe, hatten eine Behinderung.»

Kurz vor Weihnachten 1947 fuhr sie zum ersten Treffen ins Gefängnis. Zum Ende des Besuches bat er sie, ihn zu heiraten. Sie willigte ein und kämpfte für seine Freilassung.

Verheiratet … und wieder im Gefängnis

Thompson wurde nach mehreren abgelehnten Bewährungsgesuchen am 1. November 1955 aus dem Gefängnis entlassen. Fünf Tage später heirateten die beiden und arbeiteten anschliessend im pastoralen Dienst. Insbesondere half er ehemaligen Gefangenen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Er verfasste das Buch «The Life Story of Clyde Thompson-Ex-83»; das «Ex-83» steht für seine Exekutionsnummer auf dem elektrischen Stuhl in Texas. Schätzungsweise eine Viertel Million Häftlinge wurden mit dieser Schrift erreicht.

Von 1970 bis 1977 leitete er das «Prisoners Aid Center» im texanischen Huntsville. Dann zog die Familie – das Paar hatte ein Kind adoptiert – nach Lubbock (ebenfalls in Texas), wo Thompson als Gefängnisseelsorger im Lubbock County Jail diente.

Am 1. Juli 1979 starb Thompson aufgrund eines Herzinfarkts; Julia lebte noch ein weiteres Jahrzehnt. Fünf Jahre nach seinem Tod erschien die Biografie «The Meanest Man in Texas». Im Mai 2019 erscheint der Film über sein Leben.

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