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Ordnung

Die Kunst, allem seinen Platz zu geben

Ordnung spielt nicht nur im Alltag eine wichtige Rolle. Schon in der Bibel kann man Grundprinzipien der Ordnung finden.

Ordner
Quelle: unsplash.com


Ordnung ist das halbe Leben. Die andere Hälfte ist mir lieber. —Kerstin Hack

Ich liebe das Leben. Ich liebe es, Dinge zu gestalten, Neues zu entdecken. Dinge zu erschaffen und zu geniessen. Deshalb liebe ich Ordnung. In einem Magazin las ich einmal, dass der durchschnittliche deutsche Büroangestellte täglich fast eine Stunde damit verbringt, nach Dingen zu suchen: Unterlagen, Dateien, Mails und Schlüssel.

Ganz ehrlich: Suchen macht nur an Ostern richtig Spass. Im Normalfall ist es anstrengend und es verbraucht viel Zeit und mentale Energie, nach Dingen zu suchen: «Wo ist nur mein Handy?» «Wo habe ich das Dokument abgelegt?» Ich verbringe meine Zeit lieber damit, kreativ zu sein. Deshalb liebe ich Ordnung.

Das heisst nicht, dass sie mir immer leicht fällt. Gelegentlich flachse ich, dass mein Leben der beste Beweis gegen die Evolutionstheorie sei. Bei mir verwandelt sich nämlich nie etwas von Chaos in Ordnung. Es ist immer umgekehrt: Dort, wo gerade noch Ordnung war, ist wie aus dem Nichts heraus Chaos entstanden. Der eben noch aufgeräumte Schreibtisch ist, auf mir unerklärliche Weise, plötzlich voll mit Zetteln und Kaffeetassen. Das Chaos entsteht in der Regel von selbst, aber Ordnung muss man aktiv schaffen.

Gute grundsätzliche Ordnungen

Mich hat auf der Suche nach guten Strukturen für mein Leben die biblische Schöpfungsgeschichte inspiriert. Dort wird erzählt, wie Gott das Wasser grundsätzlich sortiert. Einen Teil nach oben in den Himmel, den Rest auf die Erde. Ich mag das. Er sortiert das Wesentliche für das Leben, das Wasser, an den richtigen Ort. Er schafft eine gute, grundsätzliche Ordnung.

Alle Aufräumexperten sagen: Es ist gut, wenn die Dinge ihren festen Platz haben, sonst weiss man einfach nicht, wohin die Sachen gehören. Ordnung wird ohne feste Zuordnungen praktisch unmöglich. Wenn die Dinge ihren festen Platz haben, bleibt der Kopf frei für das Wesentliche. Bei mir hat sich die Zeit, die ich mit der Suche nach meinem Schlüssel verbringe, drastisch reduziert, seit ich einen Schlüsselhaken neben der Tür nutze. Vorher war der Schlüssel immer irgendwo – und ich wusste nicht wo.

Noch ein Bonus: Wer ein gutes, grundsätzliches Ordnungssystem geschaffen hat, wird es leichter finden, aufzuräumen. Es geht schneller – denn man weiss, wo die Dinge hingehören. Man braucht sie nur an diesen Ort zu bringen. Alles hat – zumindest für eine Zeit – seinen festen Platz. Wie schön.

Flexible Ordnungen

Was mir an der Schöpfungsgeschichte auch gefällt ist, dass die einmal geschaffene Ordnung flexibel bleibt. Es ist sinnvoll, diese regelmässig zu überprüfen und sich zu fragen, ob die Struktur noch angemessen ist. Würden zum Beispiel Kinder in meiner Wohnung wohnen, würde ich den Schlüsselhaken irgendwann mal nach unten versetzen – damit sie auch rankommen.

Strukturen sind nie Selbstzweck – auch wenn manche Ordnungsfanatiker einen das glauben lassen wollen. Die Aufgabe jeder Ordnung ist, dem Leben zu dienen.

Praxistipps

Überlegen Sie: Welche Projekte und Dinge habe ich nie grundsätzlich geordnet? Schaffen Sie eine Struktur.
Ausmisten: Alles, was man seit Monaten nicht benutzt hat, kannst du verbrauchen, weggeben oder wegwerfen. Das reduziert künftige Aufräumzeiten.

Buchtipps

David Allen: Wie ich die Dinge geregelt kriege. Serie Piper, 2007.
Christoph Schalk & Kerstin Hack: Arbeitsorganisation. Down to Earth, 2011.

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