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Vom Laufsteg zur Schule für Mission

«Ich bekam eine neue Chance»

Vor dem Bürgerkrieg aus Kinshasa geflohen, ging Gautianna Mbula einen ungewöhnlichen Weg: Nach einer steilen Karriere als Model in Stuttgart besuchte sie eine Schule für Mission.

Gautianna Mbula
Quelle: Youtube-Screenshot
Gautianna als Model
Quelle: zVg

Mit 21 Jahren schien es, als hätte Gautianna alles erreicht. Sie war ein angesagtes Model, verbrachte die Nächte auf Partys und führte ein Leben, das sich viele junge Frauen wünschen. Für sie war es wichtig, anerkannt und bewundert zu werden. Denn in der Schule war sie als Farbige die Aussenseiterin. «Egal was war, ich war immer die Schuldige. Viele wollten mit mir nichts zu tun haben.»

Das Leben, das sie sich wünschte

Doch als erfolgreiches Model war sie angesagt, wurde von Männern begehrt und von Frauen bewundert. «Ich wurde oft angesprochen und bekam Komplimente. Das hat mir ein schönes Gefühl gegeben.» Das Leben, das sie führte, war das, was sie sich immer wünschte. «Ich hatte keine anderen Ziele für mein Leben. Ich wollte modeln und ein It-Girl sein – so sah ich meine ganze Zukunft.»

«Mein Leben ging den Bach runter»

Von einem Tag auf den anderen aber änderte sich alles. Sie verlor zwei Jobs und wurde nicht mehr als Model gebucht. «Es gab keine grossen Begründungen. Die Leute wollten mich einfach nicht mehr. Mit einem Mal ging mein Leben den Bach runter.» Gautianna war frustriert. «Es fühlte sich an, als sei ich gestorben.» Sie fühlte sich allein und wusste nicht, wie es weitergehen sollte.

In dieser Zeit nahm ihre Mutter, die schon einige Zeit zuvor gläubig geworden war, sie in einen Gottesdienst mit. Gautianna konnte an ihr sehen, dass sie sich verändert hatte. Im Umgang mit ihr und ihren Geschwistern war sie viel liebevoller geworden. Trotz dieser positiven Veränderungen machte sie sich über den Glauben ihrer Mutter lustig.

Nach dem Gottesdienst schaute sie sich im Internet nach Infos über Jesus um. Sie fand ein Gebet, das jeder Mensch sprechen könne, um sein Leben Jesus anzuvertrauen. «Ich habe dieses Gebet gesprochen. Ich habe zwar nicht viel damit verbunden. Aber ich hatte ein gutes Gefühl danach.» Sie schrieb auf ihrer Facebookseite darüber und bekam dazu einige Likes.

«Ich verstand, wie kostbar mein Leben ist»

Einige Zeit später auf dem Weg zu einer Silvesterfeier in Berlin, macht Gautianna eine krasse Erfahrung: Sie nimmt Drogen, die ihr Freunde angeboten hatten, und bricht auf der Fahrt in der S-Bahn zusammen. Die Freunde ziehen sie aus dem Wagon auf den Bahnsteig. «Ich hatte keinerlei Kontrolle mehr über meinen Körper. Ich war am Sterben und hörte eine Stimme, die sagte: 'Wenn du leben möchtest, musst du deiner Mutter deine Sünden beichten'.» Heute sagt sie über das Nahtoderlebnis: «Bis zu diesem Tag hatte ich nicht viel Sinnvolles gemacht. Nun bekam ich eine neue Chance und verstand mit einem Mal, wie kostbar mein Leben ist.»

Lernen, sich selbst zu vergeben

Nachdem sie in einem Gottesdienst sehr bewusst ihr Leben in die Hände von Jesus gelegt hatte, bemühte sie sich, einiges von dem wieder gut zu machen, was in der vergangenen Zeit falsch gelaufen war. Sie schrieb Briefe an Menschen, die sie belogen oder mies behandelt hatte. «Ich erlebte, dass Jesus mir meine Sünden vergab. Ich suchte auch die Vergebung von Menschen, denen ich weh getan hatte. Aber ich musste dann auch lernen, mir selbst zu vergeben, wo ich mich schlecht verhalten habe.»

Leidenschaft, anderen von Jesus zu erzählen

Dann arbeitete Gautianna, um eine dreimonatige Missonarsschule in Mosambik finanzieren zu können. Es ist ihre grosse Leidenschaft, anderen von Jesus zu erzählen. Das tut sie auch bei Aktionen auf der Strasse. Hier hat sie immer wieder erlebt, wie Jesus sie durch seinen Geist bei den Gesprächen führt. «Ich glaube, allen Menschen, die Jesus nicht kennen, fehlt etwas. Sie haben, auch wenn sie es nicht wissen, ein Loch in ihrem Leben, das Gott füllen kann. Und wenn er das tut, ändert sich das ganze Leben. Das habe ich auch erfahren.»

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