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Hoffnung für Romas

Durch den Glauben können Muster durchbrochen werden

Die Hoffnungslosigkeit unter Romas ist gross. Teilweise handelt es sich um Muster, die durchbrochen werden können. Gegenüber Livenet geben Mathias und Ruth Frei sowie Ana Seematter vom Leitungsteam des «Verein Horizont» einen Einblick in die Arbeit in Rumänien.

Mathias und Ruth Frei
Quelle: zVg
Ana Seematter
Quelle: zVg

Mathias und Ruth Frei, was genau tut der Verein Horizont in Rumänien?
Mathias Frei:
Wir arbeiten unter Romas. Ein einheimischer Mitarbeiter ist zu 100 Prozent angestellt und ehrenamtliche Mitarbeiter helfen bei den wöchentlichen Programmen mit Aufgabenhilfe, Kindergarten, Kindernachmittag, Teenieabend, Gottesdienst und Hauskreisabend. Bei Hausbesuchen unterstützen sie insbesondere Familien, die in schwierigen Umständen leben, mit Medikamenten, Arztbesuchen, Kleidern und Lebensmitteln.

Was sind die bisherigen Meilensteine bei der Arbeit vor Ort?
Ruth Frei:
Vor ein paar Jahren konnten wir ein Grundstück von etwa 1'200 Quadratmetern mit einem Zwei-Zimmerhaus kaufen. Der Estrich wurde ausgebaut und ein Anbau erstellt, bestehend aus Wohnküche, Wohn- und Schlafzimmer, Bad und Keller. Der Anbau wird von einer Roma-Familie bewohnt, die Abwartsdienste verrichtet, und er wird teilweise auch für die Programme genutzt.

Dazu kommen verschiedene Einsätze von Schweizer Gruppen für Evangelisation und Bauarbeiten, die für alle Beteiligten stets eine Bereicherung ist. Ein Höhepunkt ist jedes Jahr das Sommercamp in Parajd für Teenager und ältere Kinder.

Welche Aktionen und Projekte wurden zuletzt realisiert und was ist als nächstes geplant?
Mathias Frei:
Im letzten Jahr konnten wir einen Pavillon neu bauen. Im Erdgeschoss entsteht ein offener, abgedeckter Spielplatz und darüber ist ein grosser Gruppenraum. Innenausbau und Einrichtung des Spielplatzes können realisiert werden, sobald genügend Geld vorhanden ist. Dieser Neubau wurde notwendig, weil die wachsenden Kinder- und Jugendgruppen im bestehenden Raum zu wenig Platz hatten.

Wie offen sind die Menschen in Rumänien für Jesus Christus?
Ruth Frei:
Zur Zeit des Kommunismus, so berichtete unser Mitarbeiter Sandor, mussten die christlichen Gemeinden sich im Versteckten zu Gottesdiensten treffen. Die Gläubigen waren deshalb stärker auf die Gnade Gottes angewiesen; sie «brannten» von ganzem Herzen für Jesus, ihren Erlöser. Heute können die Gläubigen frei und ohne Angst Gottesdienste halten, aber leider ist das Feuer der Begeisterung in vielen Christen am erlöschen. Missionswerke, wie auch das unsere, leiden darunter, dass sich viele Romas stärker für die Hilfsgüter interessieren als für Jesus. Jedoch die Kinder kommen begeistert in die christlichen Programme. Sie freuen sich am Singen, Beten und an den biblischen Geschichten. Sie fühlen sich auch mit ihren Nöten ernst genommen.

Was bewegt euch bei eurer Arbeit besonders?
Mathias Frei:
Wir sind immer wieder schmerzlich berührt über die Schicksale der Teenager. Viele brechen frühzeitig die Schule ab; entweder, weil sie im Ausland Geld verdienen wollen, oder weil die Mädchen zu ihrem Freund ziehen und oft schon mit 17 Jahren ein Kind haben. Es herrscht unter ihnen eine grosse Hoffnungslosigkeit im Blick auf ihre Zukunft. Die Romas können fast nicht aus ihren destruktiven Traditionen ausbrechen und viele Familien sind zerrüttet und leben im Streit oder getrennt. Alkohol und Arbeitslosigkeit ist unter ihnen ein grosses Problem. Mit unseren Mitarbeitern zusammen versuchen wir, diese Muster zu durchbrechen, was letztendlich nur durch den wahren Glauben an Jesus möglich ist.

Ana Seematter, mit Ihnen ist eine gebürtige Rumänin im Vorstand, wie erleben Sie die Arbeit?
Ana Seematter:
Ich erlebe die Arbeit mit dem Schweizer Team sehr angenehm. Die Vorstandsmitglieder engagieren sich mit viel Liebe für die Romas und waren schon selber in Rumänien. Einzelne Vorstandsmitglieder pflegen auch freundschaftliche Beziehungen zum rumänischen Team.

Welche Anliegen sind Ihnen besonders wichtig?

  • Die rumänischen Mitarbeiter vor Ort können die Bedürfnisse der Kinder, Teenager und Erwachsenen besser verstehen als wir Schweizer. Es ist aber wichtig, dass sie durch unseren Verein weiterhin unterstützt werden.
  • In den Sommercamps, die jedes Jahr durchgeführt werden, können die Jugendlichen die Gegenwart und Liebe Gottes immer besonders spüren. Es ist mir ein Anliegen, dass sie aber auch im Alltag die Beziehung zu Gott pflegen und Schritte im Glauben machen.
  • Die Aufgabenhilfe durch Sandor ist ein sehr wichtiger Teil der Missionsarbeit. Wer gut geschult wird, hat heutzutage für das Leben bessere Zukunftsperspektiven.

Wie hat sich Ihre Heimat geistlich gesehen in den letzten Jahren verändert?
Die Entwicklung in den letzten Jahren hat sich stark verändert. Viele Jugendliche sind sehr desorientiert und verunsichert. Die materielle Ausrichtung wurde auch in Rumänien immer wichtiger. Deshalb brechen viele Kinder die Schule frühzeitig ab, um im Ausland Geld zu verdienen. Sehr viele Rumänen sind bereits ausgewandert. Die christlichen Gemeinden, die nach dem Kommunismus fast wie Pilze aus dem Boden schossen, werden deshalb immer kleiner, und es droht ihnen die Schliessung. Umsomehr wachsen aber die rumänischen Gemeinden im Ausland. So wächst doch Frucht, die in ihrer Heimat gesät wurde.

Hier kommen Sie zur Webseite:
Verein Horizont

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