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Gericht prüft Möglichkeit

Erdogan will aus der Hagia Sophia eine Moschee machen

Während Jahrhunderten war die Hagia Sophia in Istanbul eines der grössten christlichen Gebäude in der Welt. Nun soll das Wahrzeichen in eine Moschee umgewandelt werden.

Hagia Sophia
Quelle: © Arild Vågen / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)
Recep Tayyip Erdoğan
Quelle: © World Economic Forum / CC-BY-SA-2.0 (via Wikimedia Commons)

Ab heute Donnerstag prüft das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei, den Museumsstatus der Hagia Sofia – und ob diese in eine Moschee umgewandelt werden kann. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Andalou soll der Entscheid möglicherweise noch heute Donnerstag fallen oder zumindest innerhalb von 15 Tagen.

Der türkische Präsident Recep Erdogan (66) kündigt bereits an, aus der berühmten ehemaligen Kirche Hagia Sophia eine Moschee zu machen; gegenwärtig wird sie bekanntlich als Museum genutzt.

Bislang sprach sich Erdogan gegen eine Veränderung des 1'500 Jahre alten Bauwerks aus. Doch nun will er bei seinen Wählern Boden zurückgewinnen, der nach der Wirtschafts- und Corona-Krise verloren ging.

Schon lange fordern islamistische Kreise, dass die Hagia Sofia wieder zur Moschee wird und auch in der allgemeinen Bevölkerung scheint dieser Gedanke grosse Akzeptanz zu haben: Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts «Areda Survey» forderten 73 Prozent der türkischen Bürger (befragt wurden 2'500 Personen), dass die Hagia Sofia wieder als Moschee genutzt wird.

Griechenland dagegen

Gleichzeitig findet sich Widerstand im Inneren der Türkei gegen diesen Vorgang: Die säkulare Opposition des Landes wehrt sich gegen diese Umwandlung. Ebenso Nachbar Griechenland und die USA. Das amerikanische Aussenministerium erklärte gestern Mittwoch, dass die Hagia Sofia für alle zugänglich sein solle.

Die Regierung in Ankara müsse, so das US-Aussenministerium weiter, die Hagia Sophia weiterhin als Musterbeispiel für ihr Engagement, die Glaubenstraditionen und die vielfältige Geschichte des Landes zu respektieren, beibehalten. 1985 wurde der Bau ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.

Osmanisches Reich zurück

Viele würden darin auch symbolisch die Rückkehr des Osmanischen Reiches sehen. Die Osmanen machten aus der im Jahr 537 erbauten Basilika – also aus vorislamischer Zeit – eine Moschee, nachdem sie Konstantinopel (heute Istanbul) anno 1453 erobert hatten.

Bis zur Reichsgründung im Jahr 1923 wurde der imposante Kuppelbau als Moschee genutzt, ehe Kemal Atatürk – der Gründer der modernen Türkei – sie am 24. November 1934 nach einem Entscheid des Ministerrats in ein Museum umwandelte. Bereits vor rund drei Jahren wurde aus dem bis anhin christlichen Chora-Kloster in Istanbul eine Moschee.

Land der Bibel

Bereits die sieben Sendschreiben der Bibel gingen an christliche Gemeinden in der heutigen Türkei. Das Land verfügt generell über eine reiche christliche Tradition: Anatolien ist Heimat zahlreicher christlicher Stätten und Personen, darunter St. Niklaus, der ein Geistlicher im Gebiet der heutigen Türkei war.

Oder eben die «Hagia Sophia» («Heilige Weisheit») in Istanbul, welche während einem Jahrtausend die grösste Kirche der Welt war.

Bibelgesellschaft wird 200-Jährig

Auch die Bibel ist am Bosporus gut verankert: Die türkische Bibelgesellschaft wurde im Jahr 1820 gegründet, im Jubiläumsjahr 2020 soll eine Übersetzung in die heutige, türkische Sprache abgeschlossen werden. Die erste Übersetzung erfolgte im 17. Jahrhundert.

Die Zeit während der Corona-Quarantäne bietet auch in der Türkei die Möglichkeit, sich näher mit der Bibel zu beschäftigen. Im laufenden Jahr soll zum Jubiläum auch ein Bibelmuseum eröffnen.

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