Sexualaufklärung

Was die Eltern tun können – und was nicht

Sollen Eltern allein zuständig für die Sexualerziehung ihrer Kinder sein? Ja, meint Regula Lehmann. Sie hat zum Thema ein Buch verfasst. Die Autorin erklärt, was sie dazu bewogen hat:
Eltern mit Kind

Was heute an sexualisierenden Inhalten auf unsere Kinder losgelassen wird, ist wirklich erschreckend und es stellt sich uns als Eltern die Frage, wie wir mit damit möglichst hilfreich umgehen können. Müssen wir einfach bei jedem Thema die ersten Informanten sein, damit das Kind es wenigstens von uns hört, statt von irgendwelchen anderen Informationsquellen?

Das könnte schwierig werden! Erstens, weil wir oft nicht im Voraus wissen, was auf unser Kind zukommt und zweitens, weil vieles ja eh völlig daneben oder viel zu früh ist. Ich empfinde es als wenig sinnvoll, meine 11-Jährige mit einer Information über Kondome zu belästigen, nur weil ich früher sein will als die Informanten der Aidspräventionsfachstelle. Und ich habe wirklich keine Lust, mir mit meinem zwölfjährigen Sohn einen Sexfilm anzuschauen, weil er den vielleicht irgendwann mal bei einem Schulkameraden auf dem Handy zu Gesicht bekommen könnte.

Die kompetentesten Begleiter

Als Eltern selber Sexualaufklärung zu machen bedeutet für mich nicht, jedes Thema, das auf unsere Kinder einprasselt, zu Hause einfach noch früher anzusprechen. Ich mag mich in diesem Punkt nicht von aussen bestimmen, diktieren und hetzen lassen. Wichtig erscheint mir, dass Eltern sich ihrem Kind als beste, vertrauenswürdigste und kompetenteste Begleiter und Gesprächspartner, was Sexualität und das Leben überhaupt anbelangt, präsentieren. Und dass sie ihren Nachwuchs so randvoll wie möglich mit Gutem füllen, seine Intuition und Selbstwahrnehmung, eigenes Denken und Entscheidungsvermögen schärfen. Falls dies gelingt, haben Stimmen von aussen viel weniger Einfluss oder Macht.

Mit guten Gedanken imprägnieren

Imprägnieren Sie Ihre Söhne und Töchter mit wertvollen Gedanken und Inhalten und Sie werden erleben, dass Schlechtes an ihnen abprallt wie die Regentropfen auf einer Goretex-­Jacke. Kinder, die das Gute, das Positive und Lebensbejahende kennen, können Schlechtes, Destruktives und Lebenszerstörendes erkennen und ablehnen. Wer das Original kennt, kann Fälschungen entlarven.

Lassen Sie sich nicht von einer sexualisierten Gesellschaft diktieren, wie Sexualaufklärung auszusehen hat. Suchen und gehen Sie den Weg, den Sie als zielführend erkennen.

Regula Lehmann hat zum Thema das Buch «Sexualerziehung – Familiensache!» geschrieben. Die Autorin sieht Sexualerziehung als integrativen Bestandteil einer Erziehung, die alle Bereiche umfasst: körperliche, emotionale, geistige bzw. geistliche. So ist ihr Buch ein Erziehungsratgeber schlechthin, der mit negativen Clichés und Vorurteilen aufräumt und mit erfrischender Klarheit Mut zur Erziehung macht. Sie geht mit den Leserinnen und Lesern die Phasen der Entwicklung des Kindes vom Säugling bis zum Erwachsenen durch. Ihr Buch befähigt Eltern, die oft von Christen geäusserte Forderung zu erfüllen, dass Sexualerziehung Sache der Eltern ist. Das Buch wird ergänzt durch die Adressangaben von zahlreichen Beratungsstellen im deutschen Sprachraum.

Regula Lehmann, «Sexualerziehung? Familiensache!» Brunnen-Verlag 2012, 271 Seiten.

Webseite:
«Sexualerziehung ist Familiensache»

Datum: 28.09.2012
Autor: Regula Lehmann / Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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