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Verlust und Trauer

Wie Saskia Becker durch eine Fehlgeburt Vertrauen lernte

Eine Fehlgeburt zieht Saskia Becker den Boden unter den Füssen weg. Trauer, Depressionen, das Gefühl der Leere… Bei ihrer zweiten Schwangerschaft ist alles anders: Sie hat jemanden an der Seite, dem sie vertraut. Obwohl es nicht so läuft wie erwartet.

Saskia Becker
Quelle: zVg
Saskia mit ihrer ganzen Familie
Quelle: zVg
Saskia mit Ehemann Roland
Quelle: zVg

Saskia Becker wächst in einem christlichen Umfeld auf. Doch als Studentin möchte sie ihr Leben geniessen und sich nicht von irgendwelchen Vorschriften einschränken lassen. «Ich wollte meinen Weg gehen und selbst Dinge entscheiden.» Viele Freunde von ihr zweifeln den Glauben an – und so kehrt auch sie dem christlichen Glauben den Rücken.

Freude – und Verlust

Sie lernt Roland kennen, nach zwei Monaten ziehen sie zusammen – und nach nur einem Jahr ist sie schwanger. «Es war im ersten Moment ein totaler Schock, weil ich damit gar nicht gerechnet hatte.» Als sie Roland von der Schwangerschaft erzählt, fragt er sie sofort, ob sie ihn heiraten möchte. Saskia ist klar: Sie will – und nicht nur, weil sie schwanger ist.

Die Vorfreude in der ganzen Familie ist gross, Saskia geht regelmässig zum Frauenarzt, lässt alle Tests machen. Doch nach wenigen Wochen bekommt sie heftige Schmerzen und beginnt zu bluten. Ihr Frauenarzt stellt fest, dass der Fötus tot ist. «Es fühlte sich an, als wenn ich sterben müsste. Nach zehn Wochen der Freude folgte unendlicher Schmerz.» Sie rutscht in eine tiefe Depression. «Jeden Morgen war es eine Qual, aufzustehen; ich dachte immer: 'Es ist nicht mehr da'…»

Ein Lichtblick: An dem ursprünglichen Geburtstermin heiraten Saskia und Roland. Doch Saskias Trauer ist noch nicht überwunden. Bis ihr eines Tages ein Buch mit dem Titel «Leise wie ein Schmetterling» in die Hand fällt. Sie liest, dass auch die Kinder, die nicht geboren werden, in den Himmel kommen. Saskia gibt das ungemeinen Trost. «Ich dachte, das ist ja total schön, dass man ein Kind im Himmel hat. Dass ich es nicht ganz verloren habe, sondern irgendwann wiedersehen werde.»

Etwas, das fehlt

Obwohl sie in ihrer Ehe glücklich ist, merkt Saskia, dass ihr im Leben etwas fehlt. Ihr wird schnell klar, dass es Gott ist. Sie weiss: «Ich kann nicht so weiterleben mit dem Wissen, dass es Gott gibt, ihn aber nicht in meinem Leben haben.» Sie bittet Gott um Vergebung, dass sie ihre eigenen Wege gegangen ist, beginnt, wieder in der Bibel zu lesen, besucht eine christliche Gemeinde und übergibt ihr Leben ganz neu Jesus. Für ihren Mann ist das zunächst befremdend, doch kommt er bald selbst mit in die Kirche, wo es ihm gut gefällt. Auch Roland entscheidet sich für ein Leben mit Jesus.

Gottes Stimme

Zwei Jahre später wird Saskia erneut schwanger. «Die Ängste, die ich hatte, wieder das Kind zu verlieren, konnte ich Gott hinlegen. Das habe ich ganz bewusst jeden Tag gemacht und hab gesagt: 'Ich hab zwar Angst, aber ich vertraue dir!'» Eines Tages ist sie allein zu Hause – und hört mit einem Mal Gottes Stimme, ganz laut und deutlich. «Es war, als wenn jemand total Vertrautes mit mir reden würde.» Eine liebevolle Stimme sagt nur drei Worte: «Vertraust du mir?» Sie weiss sofort, dass das Gott ist und antwortet: Ja, ich vertraue dir! «Das hat mich sehr geprägt in meinem Glauben, dadurch weiss ich einfach, dass es Gott gibt.»

Trauer mit Gott an der Seite

Am nächsten Tag bei einer weiteren Voruntersuchung dann der Schock: Wieder ist der Fötus gestorben. Doch dieses Mal ist Saskia durch das Erlebnis am Vortag wie vorbereitet – und so ist ihre Reaktion auch ganz anders als beim ersten Mal. Unter Tränen singt sie ein Lied für Gott. «Ich hab zwar auch getrauert und geweint, aber irgendwie wusste ich: Vertrau Gott, dann wird es gut. (…) Ich wusste, dass Gott darum weiss, meine Trauer sieht und mich da durch tragen kann.»

Am selben Tag schlägt Saskia ihre Bibel auf und stösst auf Psalm Kapitel 112, Vers 7: «Er fürchtet sich nicht vor schlechten Nachrichten, sein Herz ist voller Zuversicht, denn er vertraut dem Herrn.» Und nur einen Psalm weiter liest sie: «Auch die kinderlose Frau befreit er von ihrer Schmach und macht sie zu einer glücklichen Mutter.» Das schenkt Saskia Mut: «Ich wusste, ich bekomme nicht jetzt ein Kind, aber irgendwann werde ich eine glückliche Mama sein.»

Eine glückliche Mutter

Und Gott hält sein Versprechen: Nach einem Jahr ist Saskia wieder schwanger – und neun Monate später wird Nike geboren. Vier Jahre danach kommt Sohn Milo zur Welt. Doch Saskia weiss, dass sie insgesamt vier Kinder hat. «Ich glaube, dass ich meine zwei verlorenen Kinder im Himmel wiedersehen werde. Das glauben sogar meine Kinder. Die finden das ganz toll, dass sie ältere Geschwister haben.» Auch heute noch versucht Saskia, Gott in jeder Lebenslage zu vertrauen, auch wenn ihr das nicht immer gelingt. «Er macht einen Unterschied im Leben und führt durch Freude und Leid. Er macht es richtig!»

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