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Gemeindeleiterin aus Hongkong

«Zufriedenheit wird nie allein vom politischen System erfüllt»

Seit Wochen protestieren Massen in Hongkong für mehr Demokratie. Christen haben nun begonnen, sich vermehrt von der Strasse fernzuhalten, da die Proteste gewalttätiger geworden sind. Stattdessen wird zum Fasten und zusätzlichen Gebetsstunden aufgerufen.

Proteste in Hongkong
Quelle: Studio Incendo [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]
Ming Lai Cheung
Quelle: twitter.com

Karen Chu, eine christliche Studentin in Hongkong, sagt: «Wenn es Demonstrationen gibt, ist es das Beste, wenn man einfach zu Hause bleibt.» Sie selbst sei nie auf der Strasse gewesen, «am Anfang gab es eine ganze Reihe von Christen, die hinausgingen und das Lied 'Sing Halleluja zum Herrn' sangen. Aber in letzter Zeit wurden die Proteste gewalttätiger und so sind die meisten der Christen, die ich kenne, nicht mehr gegangen.»

Viele Christen hätten entschieden, dass die Kundgebungen zu gewalttätig und illegal geworden seien. «Wir haben dafür viele Gebetsversammlungen und Gemeinden haben zum Fasten und zu zusätzlichen Gebetsversammlungen aufgerufen.»

Beten für Demonstranten und Polizisten

Auf die Frage, wofür Christen beten können, antwortet sie, dass sie die Nase von den Demos voll habe. «Ich verstehe, dass die Menschen frustriert sind, aber ehrlich gesagt möchte ich, dass die Dinge wieder normal werden, auch wenn 'normal' auch nicht so toll ist.»

Sie habe das Gefühl, dass viel Angst, Wut und Hass regieren. Die Christen würden «einfach für Frieden und für mehr Verständnis beten. Ich persönlich verurteile diese Leute ziemlich oft. Und wir beten auch für die Polizei, weil ihr Job hart ist und die Leute sie hassen.»

System bietet nie volle Zufriedenheit

Ming Lai Cheung, Leitern der «C3 Church Hong Kong», sagt, dass ihre Zufriedenheit nie von politischen Systemen allein erfüllt werden wird: «Wir beten, dass die Menschen ihre Augen auf Christus richten. Was wir sehen, ist, dass viele Menschen ihr Herz in die Regierung, in das Geld oder in verschiedene politische Systeme stecken, aber wir glauben wirklich, dass nur eine Person den Menschen Hoffnung geben kann, und das ist Jesus Christus.»

Deshalb bete sie mit ihrer Gemeinde für die Stadt, für die Einwohner und Leiter, «damit sie Weisheit haben. Und wir beten für Gottes Hilfe.»

Wegen unterschiedlicher Ansichten seien Freundschaften und Beziehungen innerhalb der Familie zerbrochen.

Beten für Regierung

Die Gemeinde «Every Nation Church» beschloss, ihren jüngsten Gottesdienst online zu übertragen, weil sie erwarte, dass es für einige Mitglieder schwierig sein würde, dorthin zu gelangen.

Ming Lai Cheung erklärte, dass die Kirche zu Beginn der Proteste Sympathie empfand, als diese noch friedlich waren: «Wir wollen, dass Hongkong floriert und auch erfolgreich ist.»

Sie empfahl den Menschen, den Vers aus 1. Timotheus Kapitel 2, Vers 2, zu verinnerlichen, dort steht: «Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, ehrfürchtig vor Gott und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber.»

Zu Beginn christliche Hymne gesungen

Zu Beginn der Proteste vor rund 100 Tagen wurde das Worship-Lied «Sing Halleluja to the Lord» zur inoffiziellen Hymne der protestierenden Masse. Angestimmt worden sei es von Christen, die während der Kundgebungen für die Protestierenden da gewesen waren.

Dies habe damals auch den Christen geholfen, weil sie als Menschen wahrgenommen wurden, die sich mit den Problemen der Stadt beschäftigten.

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