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Aus Angst vor Repressalien

Nicaraguas Kirchen öffnen trotz Corona-Hoch

Für Nicaraguas Regierung stellt die Corona-Pandemie keine grosse Bedrohung dar – obwohl sich die Infektionskurve auf einem Hoch befindet. Und so haben auch die evangelischen Kirchen ihre Türen geöffnet, allerdings unfreiwillig…

Christen in Nicaragua
Quelle: NoticiaCristiana.com

In einigen Ländern, auch in Lateinamerika, dürfen Kirchen inmitten der Corona-Pandemie wieder ihre Türen öffnen. Wer die oftmals strengen Auflagen erfüllt, darf wieder Präsenz-Gottesdienste veranstalten. Für die meisten eine Freude – nicht so in Nicaragua. Hier finden wieder Gottesdienste statt, obwohl die Kurve der Covid-Infizierten weiterhin ansteigt. Der Grund: Angst vor der Regierung.

Wie Open Doors Lateinamerika berichtet, fürchten die christlichen Leiter Repressionen seitens der Regierung. Denn die Regierung möchte, dass das Leben so normal wie möglich weiterläuft.

44 Pastoren an Covid-19 gestorben

Präsident Daniel Ortega habe die Gegenwart von Covid-19 im Land geleugnet und Beamte dazu gezwungen, an einer politischen Demonstration teilzunehmen unter dem Motto «Liebe in Zeiten von Covid-19», so Open Doors Lateinamerika weiter. Demgegenüber stehen die vielen Nicaraguaner, die an Covid-19 gestorben sind. Dazu zählen laut der Evangelischen Allianz von Nicaragua (AEN) auch 44 Pastoren, die zur AEN gehörten und zwischen dem 12. April und dem 15. Juni an der Krankheit starben.

Angst vor Angriffen

Manche Kirchen würden auch glauben, dass ausreichend Gebet sie vor dem Virus schütze, erklärte ein Pastor gegenüber Open Doors, andere Gemeinden hätten ihre Aktivitäten seit März überhaupt nicht unterbrochen.

Doch viele andere schlossen entgegen der Regierungsanweisungen die Türen und öffnen sie nun lediglich aus Angst, wie Pastor Jacobo (Name aus Sicherheitsgründen geändert) erklärte. «Die evangelische Kirche erhebt ihr Stimme nicht, um Dinge zu verurteilen. Das hat sie noch nie gemacht, auch nicht jetzt während der Pandemie. Sie fühlt sich nicht in der Lage dazu und hat Angst davor, angegriffen zu werden», so Pastor Jacobo.

Einschüchterung und Hinderung

Selbst wenn ein christlicher Leiter über soziale Ungerechtigkeit oder die Covid-19-Pandemie predigte, könne er unterschwellige Drohungen erhalten wie etwa: «Pastor, bei dem, was wir heute gehört haben, müssen Sie Ihre Worte vorsichtig wählen», berichtet ein kirchlicher Mitarbeiter. Auch die Initiative des christlichen Leiters Rolando Álvarez, der Zentren eröffnen wollte, um über Covid-19 aufzuklären, wurde sofort von der Regierung gebremst. Álvarez in den sozialen Medien: «Wir wollten arbeiten, um für die Gesundheit unserer Bevölkerung einzustehen, aber man hat es uns nicht erlaubt.»

Nicaragua wird auf der Open-Doors-Liste der Länder, deren Verhalten gegenüber Christen beobachtet wird, auf Platz 71 gelistet, direkt hinter Ruanda.

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